Rutschhemmung bei Fliesen: Was bedeuten R9, R10, R11, R12 und R13?
Beim
Auswählen von Keramikfliesen achten wir oft zuerst auf Farbe, Format und
Materialoptik. Bei Flächen, auf denen Wasser, Feuchtigkeit oder
Witterungseinflüsse eine Rolle spielen, wird jedoch eine andere Eigenschaft
besonders wichtig: die Rutschhemmung der Fliesen.
Die
Rutschhemmung beeinflusst, wie sicher und geeignet ein bestimmtes Modell für
den vorgesehenen Bereich ist. Eine Fliese, die sich hervorragend für einen
trockenen Innenraum eignet, ist nicht automatisch die richtige Wahl für
Terrasse, Eingang, Außentreppe oder den Bereich rund um den Pool.
Bei der
Auswahl begegnet man häufig den Kennzeichnungen R9, R10, R11, R12 und R13.
Diese Angaben helfen dabei, die geprüfte Trittsicherheit einer Oberfläche beim
Gehen mit Schuhen besser einzuschätzen. Sie sollten jedoch immer gemeinsam mit
dem Einsatzbereich und den technischen Daten des jeweiligen Produkts betrachtet
werden.
Was bedeutet Rutschhemmung bei Fliesen?
Die
Rutschhemmung beschreibt, wie viel Halt eine begehbare Oberfläche unter
bestimmten Nutzungsbedingungen bietet. Besonders wichtig ist sie dort, wo
Wasser, Schmutz oder Feuchtigkeit auf den Boden gelangen können, da dadurch die
Rutschgefahr steigt.
Bei
Keramikfliesen sollte die Sicherheit nicht nur nach Optik oder Haptik der
Oberfläche beurteilt werden. Eine matte oder strukturierte Fliese kann zwar
griffiger wirken, für die richtige Auswahl ist jedoch die geprüfte
Rutschhemmung des jeweiligen Modells entscheidend.
Deshalb
sollte man bei Außenflächen oder Bereichen, die Feuchtigkeit ausgesetzt sind,
immer prüfen, welche technischen Kennzeichnungen die Fliese hat und für welchen
Einsatzbereich sie vom Hersteller empfohlen wird.
R9–R13: Was messen diese Kennzeichnungen tatsächlich?
Die
Kennzeichnungen R9, R10, R11, R12 und R13 werden zur Einstufung der
Rutschhemmung von Oberflächen beim Gehen mit Schuhen verwendet. Bei der Prüfung
wird festgestellt, bis zu welchem Neigungswinkel die Oberfläche unter
bestimmten Testbedingungen noch ausreichend Halt bietet.
Eine höhere
Zahl bedeutet, dass die Fliese in diesem Test eine höhere Rutschhemmung
erreicht hat. Das heißt jedoch nicht, dass die höchste Klasse automatisch die
beste Wahl für jeden Raum ist. Eine stärker strukturierte Oberfläche kann auch
etwas aufwendiger zu reinigen sein und sich im Alltag anders anfühlen.
Deshalb
sollte die R-Kennzeichnung immer mit der tatsächlichen Nutzung des Bereichs
verbunden werden: Handelt es sich um einen trockenen Innenraum, einen Eingang,
eine Terrasse, eine Außentreppe oder eine Fläche, die häufig Wasser und Schmutz
ausgesetzt ist?
|
Kennzeichnung |
Neigungswinkel |
Bedeutung |
|
R9 |
6°–10° |
grundlegende geprüfte
Rutschhemmung |
|
R10 |
über
10°–19° |
erhöhte geprüfte Rutschhemmung |
|
R11 |
über
19°–27° |
höhere geprüfte Rutschhemmung |
|
R12 |
über
27°–35° |
sehr hohe geprüfte Rutschhemmung |
|
R13 |
über 35° |
höchste Klasse dieser Einstufung |
Wichtig ist,
diese Tabelle nicht als allgemeingültige Regel für jeden Bereich zu verstehen.
Bei Terrassen, Eingängen oder anderen Außenflächen sollten neben der R-Klasse
auch die Art der Keramik, die Oberflächenbearbeitung, die Wasserbelastung und
die Herstellerempfehlung für das jeweilige Modell geprüft werden.
Nasse Flächen und Barfußbereiche: A, B und C
Bei Flächen,
auf denen man barfuß geht und die häufig nass sind, zum Beispiel in Duschen
oder rund um Pools, ist die R-Kennzeichnung nicht die einzige wichtige
Information. Für solche Bereiche gibt es zusätzlich die Einstufung A, B und
C. Diese bezieht sich auf die Rutschhemmung beim Barfußgehen auf nassen
Oberflächen.
Eine höhere
Kennzeichnung steht für anspruchsvollere Einsatzbedingungen. Klasse A bezieht
sich auf weniger anspruchsvolle Barfußbereiche, Klasse B umfasst Bereiche wie
Duschen und Flächen rund um Pools, während Klasse C für besonders
anspruchsvolle Bereiche steht, zum Beispiel Treppen, die ins Wasser führen,
oder geneigte Flächen am Pool.
Bei der
Auswahl von Fliesen für Poolbereiche oder Duschen reicht es daher nicht aus,
nur auf eine hohe R-Klasse zu achten. Wichtig ist auch zu prüfen, ob das
gewählte Modell eine passende Klassifizierung für nasse Barfußbereiche besitzt.
|
Kennzeichnung |
Neigungswinkel |
Beispiel
für den Einsatzbereich |
|
A |
12°–18° |
überwiegend trockene Barfußgänge
und Umkleiden |
|
B |
über
18°–24° |
Duschen, Poolbereiche und nasse
Barfußgänge |
|
C |
über 24° |
Treppen ins Wasser, geneigte
Poolränder und anspruchsvolle Nassbereiche |
Bei privaten
Badezimmern oder einem Pool zu Hause ist es daher sinnvoll, bereits vor dem
Kauf zu prüfen, wie die Fläche genutzt wird, ob man dort barfuß geht und welche
technischen Kennzeichnungen die konkrete Fliese aufweist.
Wie wählt man Fliesen für Terrasse, Eingang oder
Poolbereich aus?
Bei der
Auswahl von Fliesen für Außenflächen sollte man zuerst verstehen, wie der
Bereich tatsächlich genutzt wird. Terrasse, Eingang und Poolbereich können alle
Feuchtigkeit ausgesetzt sein, stellen jedoch unterschiedliche Anforderungen an
Begehbarkeit, Reinigung und Verlegung.
Für
Terrassen, Balkone, Außentreppen oder Eingänge, auf denen man normalerweise mit
Schuhen geht, ist die R-Kennzeichnung ein wichtiger Vergleichswert zwischen
verschiedenen Modellen. Zusätzlich sollte man prüfen, ob die Fliese für den
Außenbereich geeignet ist, welche Materialbeständigkeit sie bietet und welche
Verlegeart vorgesehen ist.
Bei
Poolbereichen, Außenduschen oder anderen Flächen, auf denen häufig barfuß
gegangen wird, sollte neben einer möglichen R-Kennzeichnung auch die Klasse A,
B oder C geprüft werden. So lässt sich eine Oberfläche wählen, die nicht
nur optisch zur Umgebung passt, sondern auch für die tatsächlichen
Nutzungsbedingungen geeignet ist.
Eine stärker
strukturierte Oberfläche kann mehr Halt bieten, ist aber oft auch etwas
anspruchsvoller in der Reinigung. Die richtige Wahl ist deshalb nicht immer die
Fliese mit der höchsten Kennzeichnung, sondern das Modell, das zum jeweiligen
Bereich passt und ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen Sicherheit, Optik und
Pflege bietet.
Strukturierte
Outdoor-Keramikfliesen am Rand eines modernen Pools.
Für
Außenflächen, bei denen Trittsicherheit und Beständigkeit bei Feuchtigkeit
wichtig sind, sehen Sie sich unser Angebot an rutschhemmenden Outdoor-Fliesen
an.
In/Out-Fliesen: ein einheitlicher Look für innen und
außen
Bei modernen
Projekten möchte man häufig, dass sich der Innenraum optisch auf Terrasse oder
Balkon fortsetzt. Dafür werden sogenannte In/Out-Fliesen verwendet. Innen- und
Außenvariante teilen dabei dieselbe Optik, dasselbe Muster und denselben
Farbton, unterscheiden sich jedoch in Oberflächenbearbeitung und Rutschhemmung.
Die
Innenvariante ist meist ruhiger und angenehmer für die tägliche Nutzung. Die
Außenvariante ist stärker strukturiert und auf Feuchtigkeit sowie Witterungseinflüsse
abgestimmt. So entsteht ein einheitlicher Raumlook, ohne Kompromisse bei
Sicherheit und Eignung einzugehen.
Wenn Sie
Innenraum und Terrasse optisch verbinden möchten, beraten wir Sie gerne bei der
Auswahl der passenden Innen- und Außenvariante in unserer Filiale.
Was bedeutet die Kennzeichnung 20 mm?
Die
Kennzeichnung 20 mm bedeutet, dass die Fliese 2 Zentimeter stark ist. Solche
Keramik ist vor allem für Außenflächen gedacht, bei denen höhere Stabilität,
Widerstandsfähigkeit und verschiedene Verlegearten wichtig sind.
Outdoor-Fliesen
mit 2 cm Stärke werden häufig für Terrassen, Balkone, Gartenwege und
Poolbereiche verwendet. Sie können je nach System und Einsatzbereich klassisch
auf vorbereitetem Untergrund, auf einer Drainageschicht oder auf Stelzlagern
verlegt werden.
Bei solcher
Keramik achtet man daher nicht nur auf die Optik, sondern vor allem auf
Beständigkeit, Rutschhemmung und die vorgesehene Verlegeart.
Was sollte man vor der Auswahl von Outdoor-Keramik
prüfen?
Vor dem Kauf
von Außenfliesen ist es sinnvoll, einige grundlegende Fragen zu klären:
Wird die
Fläche häufig Wasser, Feuchtigkeit oder Frost ausgesetzt sein?
Wird die Fläche mit Schuhen oder barfuß betreten?
Benötigen Sie eine klassische Verklebung oder denken Sie an eine Verlegung
auf Stelzlagern?
Passt das gewählte Modell hinsichtlich Rutschhemmung, Stärke und
Beständigkeit?
Ist Ihnen vor allem ein einheitlicher Look wichtig oder steht maximale
Sicherheit beim Gehen im Vordergrund?
Die richtige
Wahl ist nicht automatisch die Fliese mit der höchsten Kennzeichnung, sondern
das Modell, das am besten zur tatsächlichen Nutzung des Bereichs passt.
Fazit
Kennzeichnungen
wie R, A/B/C, In/Out und 20 mm sind nicht nur technische
Zusatzinformationen in der Produktbeschreibung. Sie zeigen, wie sich Keramik in
der Praxis verhält, wo sie sinnvoll eingesetzt werden kann und welche
Sicherheit sowie Pflegeeigenschaften zu erwarten sind.
Wer diese
Angaben versteht, kann leichter eine Fliese auswählen, die nicht nur optisch
zum Raum passt, sondern auch sicher, langlebig und für den Alltag geeignet ist.
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